Ge-07 Pelz auch als solchen einfach erkennbar kennzeichnen und bei den Hersteller entsprechende Kontrollen durchführen

Status:
Annahme

Die Kennzeichnung, dass tierisches Material für das Kleidungsstück verwendet wurde, muss gut sichtbar und deutlich von den übrigen Hinweisen auf dem Etikett abgehoben sein. Ferner müssen die entsprechenden Stellen viel häufiger und energischer die Umsetzung dieser Hinweispflicht verfolgen.

Begründung:

Laut einer EU-Verordnung müssen Kleidungsstücke, die Pelz enthalten, entsprechend mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet sein.

Der Umsatz in der Pelzindustrie stieg in den letzten Jahren um rund 44 Prozent auf rund 14 Mrd. Euro, aber immer mehr Verbraucher*Innen verzichten bei bewussten Kaufentscheidungen auf Pelz – wie passt das zusammen?

Die Lösung ist einfach: Hersteller etikettieren ihre Ware bewusst falsch. Für die beliebten Fellbommel an Mützen oder die Krägen an Jacken und Westen nutzen sie echte Pelze. Diese stammen entweder von Marderhunden, die gerade in China unter qualvollsten Bedingungen gehalten werden, oder von Nerzen, Füchsen oder Katzen. Gerade die Qual-Haltung der Marderhunde in China ist so spottbillig, dass diese Pelze billiger sind als synthetisch hergestellte Pelze.

Um der stetig wachsende Nachfrage an günstiger moderner Kleidung nachzukommen und dabei eine möglichst hohe Gewinnmarge zu erzielen, verwenden die Hersteller dann eben diese Echt-Pelze, ohne diese als solche auszugeben, wie Stichproben immer wieder belegen. Ferner ist die vorgeschriebene Kennzeichnung „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ erst mit einem sehr genauen Blick in das Etikett zu erkennen. Bei einem schnellen Kauf in einem vollen Laden sollte aber ein kurzer Blick auf das Etikett genügen, ob zu erkennen, ob hier Echt- oder Kunstpelz verwendet wurde.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme
Text des Beschlusses:

Die Kennzeichnung, dass tierisches Material für das Kleidungsstück verwendet wurde, muss gut sichtbar und deutlich von den übrigen Hinweisen auf dem Etikett abgehoben sein. Ferner müssen die entsprechenden Stellen viel häufiger und energischer die Umsetzung dieser Hinweispflicht verfolgen.

Beschluss-PDF:
Stellungnahme(n):
Erledigungsvermerk: Auf dem ordentlichen Bundesparteitag 2017 überwiesen an die SPD Bundestagsfraktion.