B-24 Einrichtung einer Koordinierungsstelle für queere Belange / sexuelle Vielfalt an Schulen im niedersächsischen Kultusministerium

Status:
Annahme

Der SPD Bezirk Hannover fordert die niedersächsische Landtagsfraktion der SPD  und die niedersächsische Landesregierung auf, sich für die Einrichtung einer Koordinierungsstelle im niedersächsischen Kultusministerium für queere Belange/sexuelle Vielfalt an Schulen einzusetzen.

Begründung:

In der Bildungspolitik hat die ehemalige rot-grüne Landesregierung erfolgreiche Arbeit zur Aufklärung geleistet. Durch die Änderung der Kerncurricula und den Lehrbüchern wird die sexuelle Vielfalt nun auch an niedersächsischen Schulen thematisiert. Gerade dieser Bildungsansatz trägt dazu bei, dass Diskriminierungen bereits im Kindes- und Jugendalter bekämpft werden und zu einer offenen und vielfältigen Gesellschaft beiträgt. Noch heute, ist der Bereich Schule für queere Personen, ein problembelasteter Ort. Zahlreiche frühere bekannte Studienergebnisse (ADS‐20131, EU/FRA‐20132, NDS/MS‐20033, Klocke‐20124) bestätigen dies. Auch die neue umfassende und repräsentative Studie des Deutschen Jugendinstitutes zur Lebenssituation von LSBTI* Jugendlichen, im Auftrage des Bundesfamilienministeriums, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis:

  • Auf Schulhöfen ist das Wort „Schwul“ eines der am meisten genutzten Schimpfwörtern
  • 61 Prozent der Befragten haben sich bewusst gegen ein Coming Out im Schulkontext entschieden, da sie negative Reaktionen der Mitschülerinnen und Mitschüler, sowie negative Beurteilungen durch Lehrkräfte befürchteten
  • 43 Prozent der Lehrkräfte lassen Homo- und Transphobe Äußerungen unkommentiert im Raum stehen
  • 55 Prozent der Befragten gaben an, im Schulkontext Diskriminierung auf Grund der eigenen sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität erfahren zu haben
  • Die Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität werden weiterhin in der Schule tabuisiert.

Wir als SPDqueer sehen auf Grundlage dieser Ergebnisse einen Handlungsbedarf. Statistisch gesehen, befinden sich 1-2 LGBTI* Personen, in jedem Klassenverband. Die gute Arbeit der SPD in diesem Bereich darf an dieser Stelle nicht aufhören, sondern muss fortgeführt werden. Daher setzen wir uns dafür ein, dass im niedersächsischen Kultusministerium eine Koordinierungsstelle geschaffen wird, die sich mit Fragen der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität an Schulen bzw. für queere Belange auseinander setzt. Diese Koordinierungsstelle soll Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte gleichermaßen beraten und unterstützen. Zudem sind von dieser Stelle entsprechende Weiterbildungsseminare für Lehrkräfte zu organisieren. Dies fördert den gegenseitigen Respekt in unserer Gesellschaft. Die Koordinierungsstelle beschäftigt sich zudem auch mit möglichen Problemen LGBTI*-Lehrkräften und setzt sich ggf. als Schlichtungsstelle ein.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK
Version der Antragskommission:

Wir fordern die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für queere Belange/sexuelle Vielfalt an Schulen, die dem Niedersächsischen Kultusministerium angesiedelt ist.

Beschluss: Annahme in der Fassung der Antragskommission
Text des Beschlusses:

Wir fordern die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für queere Belange/sexuelle Vielfalt an Schulen, die dem Niedersächsischen Kultusministerium angesiedelt ist.

Beschluss-PDF: